Essstörung oder Salutogenese

Essstörung oder Salutogenese?

Probleme mit dem Essen?

Wahrscheinlich sind Sie auf dieser Seite gelandet, weil Sie das Gefühl haben, dass mit Ihrem Essverhalten und/oder Ihrem Körper etwas nicht stimmt. Oftmals sind Menschen, die in dieser Hinsicht Probleme haben, voller Furcht davor, eine Essstörung zu entwickeln oder bereits zu haben. Die Angst davor schwebt dann wie ein Damoklesschwert über Ihrem gesamten Leben. 

Unsere Angebote für Sie

Wir möchten Ihnen hier eine Reihe von Möglichkeiten an die Hand geben. Diese reichen von Informationsmöglichkeiten über die problematische Esskultur in der wir leben, über eine kostenlose Version eines ernährungspsychologisch fundierten Tests für Essstörungen bis hin zu kostenpflichtigen digitalen Produkten zur Selbstreflexion. Letztere finden Sie hier in unserem Shop.

Übersicht Essstörungen

Im folgenden wollen wir Ihnen eine Übersicht über die bestehenden Essstörungen an die Hand geben. Ob Sie eine Essstörung haben oder nicht, können wir natürlich nicht wissen. Aber vermutlich haben Sie Angst oder sind sogar der festen Überzeugung essgestört zu sein. Möglicherweise stimmt das in Ihrem Fall, vielleicht aber auch nicht. Schauen wir uns doch erstmal an, wie Essstörungen überhaupt klassifiziert werden. 

Laut Klassifikationssystem DSM V wird zwischen drei klassischen Formen von Essstörungen unterschieden:

  • Anorexia nervosa (Magersucht)
  • Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)
  • Binge-Eating-Disorder (Essanfälle). 
  • Orthorexia nervosa (zwanghaft "gesunde" Ernährung) wird seit einigen Jahren als vierte Essstörung diskutiert.

Was sind Essstörungen?

Essstörungen können aus vielen Blickwinkeln betrachtet werden. Sie sind teilweise ein Ergebnis bestimmter genetischer Faktoren, Ausdruck innerer Konflikte und eine Form der Problembewältigung. Sie sind aber auch eine Sache der Definition. Ab wann jemand eine Essstörung hat, hängt also auch von der diagnostizierenden Person und vom zugrunde gelegten Klassifikationssystem ab.

Diagnostizieren oder heilen?

Diagnosen können hilfreich sein. Betonung auf "können". Wenn es um finanzielle Unterstützung aus dem (deutschen) Gesundheitssystem geht, sind Diagnosen sinnvoll und hilfreich. Aber nicht jede*r Betroffene hat auch tatsächlich ein Problem, das in die Schublade "Essstörung" passt. Zudem kann eine Diagnose auch als Stigma wahrgenommen werden. Priorität sollte stets die Lebenszufriedenheit und das Wohlbefindens haben, nicht die Diagnose.

Entscheidend sind Fragen nach dem Leidensdruck der Betroffenen und die drohenden gesundheitlichen Folgen 

Essstörungen & Folgen

Essstörungen sollten ernst genommen werden. Ca. 15 % der chronisch an Magersucht Erkrankten sterben an ihrer Erkrankung. Menschen mit Bulimie halten ihre Erkrankung oft so lange geheim, bis der Leidensdruck durch geschädigte Zähne und Speiseröhrenentzündungen nicht mehr zu ertragen ist. Menstruationsunregelmäßigkeiten oder vollständiges Ausbleiben kommt bei beiden genannten Formen dieser Essstörungen vor. Bei der Binge-Eating-Disorder stehen neben orthopädischen Problemen psychische Komplikationen, wie Minderwertigkeits-, Scham- und Schuldgefühle sowie depressive Symptome im Vordergrund.

Wer sich hierzu weiter einlesen möchte, sei diese Literaturempfehlung an die Hand gegeben.

Gestörtes Essverhalten

Essstörungen sind immer mit gestörtem Essverhalten verbunden. Gestörtes Essverhalten und die damit zusammenhängenden Probleme mit dem eigenen Körperbild gehen jedoch nicht zwangsweise mit einer Essstörung einher. Es handelt sich um Warnsignale, die Sie ernst nehmen sollten. Sowohl bei sich selbst als auch in Ihrem sozialen Umfeld. Denn die Grenzen zwischen gestörtem Essverhalten und Essstörungen verlaufen fließend. Bulimia nervosa und Anorexia nervosa manifestieren sich meist in der Adoleszenz. 

Warnzeichen: Gestörtes Essverhalten

Im folgenden finden Sie eine Auflistung der Warnsignale, die mit gestörtem Essverhalten und einem negativ verzerrten Körperbild einher gehen: 

  • Gedanken an das Essen bestimmen den ganzen Tag
  • Essen macht Angst 
  • Waage wird zur besten Freundin
  • Essverhalten ist größtenteils von Außen gesteuert
  • Essverhalten wechselt zwischen rigide und chaotisch
  • Zur Stressbewältigung wird meistens Essen eingesetzt
  • Essen ist gewichtsabhängig
  • Körper wird als „zu dick“ und/oder „eklig“ wahrgenommen
  • Körpergefühl wird vom Wiegen, der Stimmen oder vom Essen abhängig gemacht
  • Häufige kritische Beobachtung und Kontrolle des Körpers
  • Häufige Vergleiche mit anderen oder völlige Verweigerung von Vergleichen, dem Blick in den Spiegel und auf Fotos
  • Berührungen des Körpers werden vermieden
  • Übertriebene oder vernachlässigte Körperpflege
  • Sozialer Rückzug, besonders bei gemeinsamen Essensituationen
  • Essen wird aus Scham heimlich eingenommen

Fazit: Salutogenese

Wir möchten Sie zu einer salutogenetischen Sichtweise ermutigen. Traditionell suchen wir in unserem Gesundheitssystem danach, was genau mit einem Menschen falsch ist und wie wir das Kind beim Namen nennen können (pathogenetische Sichtweise). Aber wie hilfreich ist das für das Individuum? Bei jedem Menschen findet man etwas, das vom Normalen oder Idealen abweicht.

Unsere Produkte und Dienstleistungen fokussieren stattdessen auf Ihre gesunden Anteile (salutogenetisch) und versuchen diese Ressourcen zu stärken. Probieren Sie es doch einmal aus.

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